Fundstück aus der Sz

Veröffentlicht auf von Herz_blut

Zwiegespräch

„Diese Fotzen sind alle gleich.“

„Ach, hör doch auf. Ich kann es nicht mehr hören, dieses frauenfeindliche Gewäsch.“

„Ja, und?“

„Was, ja und? Ich mag dieses Geschwätz nicht. Das zieht mich nur runter.“

„Es soll dich ja auch „runterziehen“, wie du sagst. Ich will, dass du endlich den Realitäten ins Auge siehst.“

„Was könntest du von meinen Realitäten wissen?“

„Kleiner Scherzbold, wie? Du willst dich jetzt beispielsweise mit dieser Frau, Verzeihung „sub“ treffen.“

„Ja, und jetzt?“

„Ja, und jetzt, ja und jetzt!
Ich sage dir, sie ist eine Fotze, und die sind alle gleich.“

„Mein Gott, was bist du für ein kleines, verbittertes Licht. Frauen nur auf ihre Scheide zu reduzieren… macht dich das cool? Für mich klingt so was ziemlich pubertär.“

„Is klar, ne? Weil ich die Realität sehe, bin ich pubertär.
Du hast NICHTS kapiert, aber auch gar nichts.
Komm ich sag’s dir, warum die Tussi eine Fotze ist: Die Frau ist SUB.
Du weißt überhaupt nicht, was du dir da antust.
Verstehst du denn nicht?
Du glaubst, du weißt, was sub bedeutet, aber das weißt du eben NICHT.
Vergiss den Quatsch mit dem „Dienen“. Diese Frau ist pervers, basta.“

„Oh mein Gott! Angst? Hast du Angst? Angst davor, ein bisschen Verantwortung zu übernehmen? Zu führen, zu leiten? Zu formen, zu erziehen?“

„Ja, genau, der große Erzieher bist du?
Du verstehst wirklich nichts, aber auch gar nichts.
DU willst jemanden erziehen? Ausgerechnet DU?
Ich lach mir einen Ast! Du bist ein kleiner Perverser, dem die Defizite aus den Ohren quellen, und DU willst eine sub erziehen?
Junge, da hast du verloren, schon bevor du überhaupt angefangen hast.“

„Unsinn! Dominanz ist eine Lebensaufgabe. Eine Herausforderung, der man sich stellen kann, oder auch nicht.
Dominanz heißt loslassen, so, wie ein Falkner, der den Greifvogel in die Luft wirft und darauf hofft, nein, sich darauf verlässt, dass der Vogel von selbst zurückkommt.
DAS ist Dominanz.
Einfühlsam, unnachgiebig, aber geduldig.
Dass DU die Schönheit darin nicht sehen kannst, wundert mich allerdings nicht sonderlich…“

„Bullshit. Ein Vögelein, das von selbst zurückkommt… mir kommen gleich die Tränen!
Die Schnecke hat dich im Visier, mein Lieber. Sie will DICH. Sie packt dich, und dann quetscht sie dich aus. Ehe du dich versiehst, hat sie dich eingewickelt, in ihre Machtspiele, die SIE steuert, und nur SIE allein.
Du denkst, du wärst der Führende? Unfug, es führt immer der „Devote“.
Dienerinnen? Also ICH kenne keine, die wirklich dient.
Ich kenn nur welche, die Autoritätsprobleme haben, welche, die zicken und sich dann unterwerfen. Und wieder zicken, und hin und her.
Fotzen, die sich den Arsch versohlen lassen, und DU bezahlst dann dafür, dass du das getan hast, was sie eigentlich dringend brauchen, was sie sich aber nicht wirklich eingestehen können.
Und das Schlimme ist, das sind noch die Guten.
Gnad dir Gott, du gerätst an eine richtige Perverse, eine, die sich selbst hasst, und alle andere gleich mit. Sie wirft dir ihr kümmerliches, unglückliches Leben vor die Füße, damit du es richten sollst (was natürlich überhaut nicht nicht funktionieren kann), und dann nimmt sie dich in den Griff, und sie rächt sich dafür, dass du ihr Dasein nicht mit Sinn versehen konntest.
Du willst Sadist sein? Du weißt überhaupt nicht, was Grausamkeit ist.
DIE hingegen weiß es genau.“

„Du Armes... Immer Pech gehabt, mit den Frauen, was?
Armes, verbittertes Dömmchen. Du tust mir echt leid.“

„Spar dir deine Ironie, das kommt bei dir nicht überzeugend rüber. Was ist mit deiner Schnecke?“

„Susanne? Ja… Susanne steht gerade erst am Anfang. Sie hat ihr devotes Wesen eben erst vor einigen Monaten entdeckt, und sie sucht nun einen einfühlsamen Lehrer. Einen, der sie behutsam leitet.“

„Einer, wie du, was? Wie alt ist deine Susanne denn?“

„Ich denke, so Ende dreißig wird sie wohl sein.“

„Hmm, Ende dreißig, entdeckt ihr devotes Wesen und sucht einen einfühlsames Lehrer.
Sag mal, glaubst du eigentlich selbst, was du da erzählst?
Himmel, das ist eine erwachsene Frau und keine Konfirmandin!
Wenn diese Frau auch nur bis drei zählen kann, dann hat sie die „dominante – Lehrer – Nummer“ in zwei Monaten aus dir herausgelutscht.“

„Na, du wirst es ja wissen.“

„Ich sag dir was, Herzensbruder: Wenn du auch nur ein Fünkchen Verstand in äh... deinem Kopf hast, dann such dir eine Vanilla - Frau.
Mach sie abhängig, tob deine Launen an ihr aus, zieh sie langsam runter, aber lass um Himmels willen die Finger von diesen Perversen!
Dominant und devot passen nun einmal nicht zueinander, haben noch nie zu einander gepasst.
EIN Perverser in der Beziehung reicht vollkommen, zwei sind der gegenseitige Untergang.“

„Halt den Mund, da kommt Susanne.“


Der Kellner sah kurz von dem Bierglas auf, das er mit einem Geschirrtuch polierte. Er erkannte einen Verrückten, wenn er ihn vor sich hatte, und dieser Gast hier war unzweifelhaft einer, er brabbelte nun schon seit einer halben Stunde alleine vor sich hin.
Der Typ hatte etwas schütteres, leicht fettiges Haar und trug eine schwarze Lederhose, zu allem Überfluss dazu auch noch ein schwarzes Hemd aus grober Baumwolle.
„Sadomaso“, dachte der Kellner. „Einer dieser Sadomaso – Spinner.“
Nun kam eine Frau zu dem Typ und setzte sich zu ihm, nicht mehr gerade jung, nicht gerade schlank und mit einem Hundehalsband um den Nacken. Augenringe, zu dunkle Fingernägel, zu blasse Haut. Ebenfalls schwarz angezogen. Mit einem Blick, als ob sie die ganze Welt zum ersten Mal sehen würde.
Der Kellner wandte sich uninteressiert ab.
„Sadomaso – Spinner.“

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